Archiv der Kategorie 'Gesamtscheiße'

worth reading II

Dinge, die du nicht mehr sagen solltest, außer du hasst dicke Menschen. Ja. JA. Am Besten einmal täglich lesen. Oder vorm Kamin deinen Freund_innen vorlesen. Großartig. Endlich. (Teil 2 davon folgt)
Das ist mir doch glatt einen Einzelpost wert. In diesem Sinne: Hört auf, Körper in gut und schlecht einzuteilen. Gilt übrigens sowohl für normschöne als auch für nicht normschöne Körper.

Über den Wert.

Nachdem ich mich einige Zeit mit Body Positivity auseinander gesetzt habe (natürlich ohne für mich nennenswerten Erfolg), musste ich über Wert nachdenken. Den Wert von Körpern. Den Wert von Essen.

Was ist Wert? Jaja, Marx und so. Tauschwert und Gebrauchswert, Gebrauchswert ungleich Tauschwert und so weiter. Da ist natürlich was dran. Körper haben Wert.
Und damit meine ich nicht ‚ein gesunder Körper ist viel Wert‘ oder Ähnliches. Damit meine ich die neoliberale Betrachtungsweise von Körpern. Leistung muss sich wieder lohnen. Dein Körper gehört dir, er ist Gegenstand deiner Leistung. Leistung ist Schönheit und Leistung ist Arbeit. Die Arbeit im Fitnessstudio, die Arbeit an der Attraktivität, die Arbeit an der Gesundheit. Wer’s übertreibt zählt dazu noch die Arbeit, sich aktiv verhungern zu lassen. Wie ich zum Beispiel. Oder phasenweise die Arbeit, sich nicht aktiv durch Verhungern zu töten. Nein, ein Körper ist nichts natürlich Gegebenes. (D)Ein Körper ist gesellschaftlich. Er darf nur nicht so aussehen. Es soll schon natürlich aussehen, die ganze Jugendlichkeit, Schlankheit und Schönheit. Aber das ist es nicht. Die Formen deines Körpers sind synonym zu deinen Charaktereigenschaften. Schlanksein ist Aktivität ist Leistung ist nicht Faulheit. Dicksein ist Inaktivität ist keine Leistung ist Faulheit. Deswegen gilt in der neoliberalen Gesellschaft dünn als schön/richtig und dick als hässlich/falsch. Bin ich also einfach nur überangepasst? Bin ich einfach nur zu sehr auf Leistung und Erfolg trainiert? Unabstreitbar, dass ich viel zu viel Scheiße sehr tief in mich reinsozialisiert bekommen habe. Das werde ich in meinem Leben nicht mehr los. Ich kann nur immer mehr versuchen, aufzudecken, was ich an internalisierten gesellschaftlichen Normen in meinem Kopf und meinem Handeln so wiederfinde. Und mich dann fragen, ob das denn sein muss.

Was ist Wert, wenn es um Essstörungen geht? Wenn es um Körper und Feminismus geht? Primär sind für mich an dieser Stelle zwei ‚Werte‘. Der Wert eines dünnen Körpers vs. eines dicken Körpers und der Wert von mir, meinen Körper am Leben zu erhalten. Aber der Reihe nach. (mehr…)